Sprache ist in fast jedem Schulfach beteiligt

Sprache wird nicht nur im Deutschunterricht gebraucht. Kinder müssen Arbeitsaufträge verstehen, Fragen formulieren, Zusammenhänge erklären und neue Fachbegriffe behalten. Auch in Mathematik kann ein Kind richtig rechnen und dennoch an einem Textbeispiel scheitern, wenn unklar bleibt, welche Information wichtig ist.

Der umgangssprachliche Ausdruck Sprachschwäche fasst sehr unterschiedliche Situationen zusammen. Ein Kind kann Schwierigkeiten beim Verstehen gesprochener Sprache, beim Finden von Wörtern, beim Bilden von Sätzen, beim deutlichen Sprechen, beim Lesen oder beim Schreiben haben. Diese Bereiche hängen zusammen, sind aber nicht identisch. Für passende Unterstützung ist deshalb wichtig, möglichst genau zu beschreiben, wo die Belastung entsteht.

Ein Kind, das einen Auftrag nicht ausführt, hat ihn nicht automatisch ignoriert. Vielleicht war die sprachliche Information zu lang, zu abstrakt oder zu schnell.

Mögliche Hinweise im Lernalltag

Ein genauerer Blick kann sinnvoll sein, wenn ein Kind häufig:

  • nur den ersten Teil einer mehrteiligen Anweisung ausführt,
  • bei offenen Fragen sehr knapp antwortet, obwohl es offenbar mehr weiß,
  • Wörter umschreibt oder lange nach einem Begriff sucht,
  • ähnliche Fachwörter verwechselt,
  • beim Nacherzählen den roten Faden verliert,
  • Textaufgaben trotz ausreichender Rechenfertigkeit missversteht,
  • viel Zeit braucht, um Gedanken schriftlich zu formulieren,
  • in sprachlich dichten Situationen schnell ermüdet oder aussteigt.

Ein einzelnes Zeichen sagt wenig aus und muss immer im Kontext gesehen werden -Tagesform, Stress, Aufmerksamkeit, Mehrsprachigkeit, Hörvermögen und der jeweilige Lernstoff können eine Rolle spielen. Entscheidend ist, ob Schwierigkeiten wiederholt auftreten, das Kind belasten und seine Beteiligung am Unterricht oder im Alltag einschränken.

Die individuelle Lernförderung und Analyse der Lernvoraussetzungen im Lernwald unterstützen und helfen Bedingungen zu schaffen die den Einstieg in gelungenes Lernen erleichtern. Mit Hilfe der aktuellen Erkentnissen aus Lernforschung und Neurowissenschaft wird Lernen verständlicher, strukturierter und wieder leichter und Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit kann wachsen.